Kinderwerkstatt für zu Hause

Die bunte Raupenmama

Die bunte Raupenmama

Die Raupenmama ist, und das weiß jede Raupe, eine ganz besondere Raupenmama. Und sie hat fünf kleine Raupenkinder. Eins in Rot, Gelb, Blau, Orange und Grün , die ihr überall hin folgen. Jeden Tag wandern sie hintereinander durch den Garten. Zuerst die Raupenmama, dann das rote Raupenkind, dahinter das Gelbe, in der Mitte das Kleinste blaue, dann das Orange und als letztes das grüne Raupenkind. So geht die Reise los. Alle bleiben immer zusammen und passen auf, dass niemand im großen Garten verloren geht.

Bis eines Tages ein schreckliches Raupenunglück geschieht -  und alle Raupenkinder verloren gehen. Überall sucht die Raupenmama nach den kleinen Raupenkindern, aber nirgends sind sie zu finden. Der Garten ist so groß und unheimlich für kleine Raupenkinder. Überall gibt es gefährliche Tiere, die Raupen fressen. Da begegnet der Raupenmutter ein Spatz.  Und sie fragt ihn: " Hast du meine Raupenkinder gesehen?" Die Raupenmama wusste, dass sie aufpassen muss, denn  Vögel fressen kleine Raupen. "Nein," sagte der Spatz, "ich habe heute schon gefressen und es waren keine Raupenkinder." Da flog der Vogel davon und die Raupenmutter suchte weiter.

In einem Busch hörte sie es rascheln und sie glaubte, dass dort die Raupenkinder steckten. Als sie nachsah fand sie einen Igel, der seine Stachel an der Baumrinde rieb. "Hast du meine Raupenkinder gesehen?" fragte die Raupenmutter. "Nein," sagte der Igel "ich habe schon gefressen und es waren keine Raupenkinder." Da krabbelte die Raupenmutter schnell weiter, denn Igel fressen gerne Raupen. 

Ganz flink flitze eine Maus vorbei. "Hast du meine Raupenkinder gesehen?" rief die Raupenmama noch hinter ihr her. "Nein," sagte die Maus ganz schnell, "ich habe heute schon gefressen und es waren keine Raupenkinder." Dann flitzte sie weiter, denn der nächste Käse wartete schon auf sie.

Ganz verzweifelt setzte sich die Raupenmama hin, nirgends waren die Raupenkinder zu finden. Auf einmal wühlte sich die Erde hoch und ein kleiner Maulwurf schaute heraus. "Hast du meine Raupenkinder gesehen?" fragte die Raupenmama den Maulwurf, denn auch er fraß gerne Raupen. "Nein," sagte der Maulwurf und blinzelte in die Sonne, "ich habe heute schon gefressen und es waren keine Raupenkinder." Weil es draußen viel zu hell war, kroch der Maulwurf schnell wieder zurück in seine Erde. 

Wo sollte die Raupenmama nur noch suchen? Nirgends im großen Garten waren die Raupenkinder zu finden. Sie hatte alle Tiere gefragt, die gerne Raupen fressen und nun war auch schon eine lange Zeit vergangen. Da fing die Raupenmama ganz bitterlich an zu weinen. Auf einmal setzte sich ein wunderschöner Schmetterling genau über die Raupe in den Baum.

" Warum weinst du so laut?" fragte der Schmetterling die Raupenmama. "Ich habe meine Raupenkinder verloren und niemand hat sie gesehen." Da lachte der große Schmetterling. "Ja, weißt du denn nicht, was mit deinen Kindern geschieht, wenn sie alt genug sind? Sie haben sich verpuppt und sind nun keine Raupen mehr. Schau nach oben in den Himmel und du wirst sie entdecken." Und da sah die Raupenmutter ihre Kinder. 

Sie waren Schmetterlinge geworden und flogen doch die ganze Zeit über ihr. Damit die Raupenmama ihre Kinder niemals vergaß, schenkten sie Ihr jeweils ihre Farben. So wurde die Raupenmama wunderschön bunt. 

 

 ( von Gabi Connemann)